Matthias Lotzmann


Sehr verehrte Teilnehmer an den Barmer Bach-Tagen 2021,

liebe Freunde der Musik Johann Sebastian Bachs,

 

in diesen besonderen Zeiten Konzerte und Veranstaltungszyklen zu entwickeln und zu terminieren, ist ein Unterfangen, für das es leider kaum Sicherheiten gibt. So können wir dankbar sein, wenn die Barmer Bach-Tage in diesem Oktober stattfinden dürfen. Angesichts dessen bleiben wir unserer Idee, die Musik Johann Sebastian Bachs in den Mittelpunkt einer jährlichen Festwoche zu stellen, gerade treu. Denn wir sind davon überzeugt, dass es unserer Stadt und unserer Region unbedingt gut tut, von diesem Komponisten zu hören.

 

Denn im Gang der allgemeinen Entwicklung des Konzertbetriebes und auch der kirchlichen Kultur ist sein Name immer weniger zu finden. Man mag es kaum glauben. Selbst im sakralen Milieu ist die Selbstverständlichkeit, seine Musik zu hören, sei es auf der Orgel, sei es in Chor und Orchester, nicht mehr vorhanden. Wie ist zudem auf den gesellschaftlichen Wandel und die zunehmend kommerzielle Entwicklung in der Kultur zu reagieren?

 

Ein Teil unserer Antwort sind diese Barmer Bach-Tage, die sich hoffentlich schon bald zu Bergischen Bach-Tagen mausern werden, ein Angebot für die Menschen in der Region. Wir möchten Ihre Sehnsucht nach dieser wunderbaren Musik zufriedenstellen.

 

Für alle künstlerisch Beteiligten ist es von nicht zu überschätzender Wichtigkeit, dass im Konzert nach so langer Zeit wieder musiziert werden darf. Sie werden sicherlich ahnen, was es bedeutet, die Partituren nach mehr achtzehn Monaten wieder zum Klingen zu bringen, Ihnen zur Stärkung und zur Freude.

 

Es bleibt aus heutiger Sicht allerdings abzuwarten, wann ein großer Chor und ein voll besetztes Orchester wieder die Normalität sein wird. Der Musik Johann Sebastian Bachs bekommt das Musizieren in einer kleinen, aber feinen Ensemblebesetzung gut. Die Transparenz des Klangs macht die hohe Kunst des Thomaskantors noch deutlicher und tut dem gesamten Eindruck keinen Abbruch, im Gegenteil.

 

Sie werden beim Durchsehen der folgenden Veranstaltungen bemerken, dass im Herbst 2021 fast ganz auf Vokalmusik verzichtet wird. Dies geschieht mit Blick auf die anzunehmende Entwicklung in diesem Herbst und eine zu befürchtende Wiederverschärfung der CORONA-Schutzverordnung.  

 

In diesem Sinne grüße ich Sie im Namen aller Mitwirkenden mit den besten Wünschen herzlich.

 

Ihr

Matthias Lotzmann