25. – 27. März 2022

Unterbarmer Hauptkirche, Martin Luther-Str.

Orgel-Interpretationskurs mit Léon Berben

Aktive Teilnehmer: 170 €

Passive Teilnehmer: 100 €

 

Anmeldung unter: info@barmerbachtage.de

Abschlusskonzert (optional) mit dem Dozenten und den Teilnehmenden

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Thema: "Bach und davor"

Das Orgelbüchlein Johann Sebastian Bachs und die Choralbearbeitungstechniken in Norddeutschland

Die Barmer Bach-Tage 2022 finden zeitlich und thematisch mitten im Osterfestkreis des Kirchenjahres statt. Und so ist dies ein äußerer Anlass, sich schwerpunktartig mit den dazu gehörigen Kompositionen Johann Sebastian Bachs aus dem Orgelbüchlein zu befassen. 

 

Es muss nicht sonderlich erwähnt werden, dass sich dieser Festkreis in vielfältigster Weise im gesamten Schaffen Bachs niederschlug. In all seinen Choralbearbeitungszyklen ist die Vertonung des Liedes JESUS CHRISTUS, UNSER HEILAND, DER VON UNS DEN GOTTESZORN WANDT enthalten und von besonders erwähnenswerter musikalischer Machart. Das Lied Martin Luthers aus dem Jahre 1524 hat das rechte Verständnis des Heiligen Abendmahls zum Kern. Es ist ein katechetisches Lied, das die Gemeinde über die Herkunft des Themas aus der Karwoche unterweisen will. Letztlich gibt es Auskunft über den Sinn des Leidens und Sterbens Jesu. So hat es in den zwei Jahrhunderten nach der Reformation den Glauben und die musikalische Kultur im mittel- und norddeutschen Protestantismus maßgeblich bestimmt, während es heute vergessen ist. Vielfältig sind die Vertonungen, die sich diesem Lied widmen.

 

JESUS CHRISTUS, UNSER HEILAND

Franz Tunder (1614–1667)

Steffens (1559/60–1616)

Martin Radeck (1640–1684)

Johann Sebastian Bach (1685–1750), BWV 626, 665 und 666

 

Die Krönung des Osterfestes ist das Anstimmen des Lobes der neuen Schöpfung Gottes. Neben CHRIST IST ERSTANDEN erklingt das TE DEUM LAUDAMUS, die Vereinigung des irdischen mit dem himmlischen Lobgesang versinnbildlichend. So findet es als zweites Lied Eingang in diesen Interpretationskurs.

 

TE DEUM LAUDAMUS

Jacob Kortkamp (1615–164/65), Herr Gott, dich loben wir (6 Verse)

Dietrich Buxtehude (1632–1707)

Johann Sebastian Bach (1685–1750), Herr Gott, dich loben wir BWV 725

 

Verstehen Sie diese Literaturangaben als Orientierungshilfe. In der Auswahl von Stücken darüber hinaus sind Sie frei. Bitte geben Sie Ihre Werkauswahl bei der verbindlichen Anmeldung an.

Besprochen werden Artikulation, Ausdrucksmöglichkeiten/Expressivität, Ornamentik, Fingersatz, Anschlag, Registrierung, Tempo. Einiges, was heute in der Aufführungspraxis üblich ist („… so spielt man das doch so ...“) darf und sollte man hinterfragen. Ziel ist ein expressive und dynamische Spielart, aber wie gelangen wir dazu? Das bleibt leider zu oft auf der Strecke …

 

Sind dabei zum Beispiel Verzierungen oder „Rubato“ nützlich?

Wie gestalten wir unterschiedliche Notenwerte? Wir sehen zum Beispiel ein punktiertes Viertel, aber was sagt uns das? 

Hat es ein innere Dynamik, wie können wir uns das vorstellen? Wie ornamentiere ich und wieso?

Wir wollen erörtern, wie wir unsere eigene dynamische und expressive, rhetorische Vorstellung eines Stückes übersetzen und in das Orgelspiel übertragen.

 

Die Karl-Schuke-Orgel

3 Manuale, 44 Register, mechanische Schleiflade, elektrisches Regierwerk, Setzeranlage 4000fach

(optional) mit dem Dozenten und den Teilnehmenden

 

Léon Berben

wurde 1970 in Heerlen (Niederlande) geboren und lebt in Köln. Er studierte Orgel und Cembalo in Amsterdam und Den Haag als letzter Schüler von Gustav Leonhardt wie auch bei Rienk Jiskoot, Ton Koopman und Tini Mathot, und schloss sein Studium mit dem Solistendiplom ab.

 

Er ist als Titular-Organist verbunden an der historischen Orgel der St.-Andreas Kirche in Ostönnen – nach derzeitigem Forschungsstand eine der ältesten spielbaren Orgeln der Welt (ca. 1425/1722) – und betreut in dieser Funktion die dortige Konzertreihe mit.

 

Seit 2000 war Léon Berben als Cembalist bei Musica Antiqua Köln (Reinhard Goebel) tätig. In dieser Eigenschaft gastierte er in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien und spielte zahlreiche CDs für Deutsche Grammophon/Archiv Produktion ein.

 

Sein Repertoire umfasst Clavierwerke zwischen 1550 und 1790. Ferner schrieb er als Co-Autor für die Enzyklopädie Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Intensives Quellenstudium und stete Forschungsarbeit verleihen der Interpretationskunst von Léon Berben einen besonderen Rang. Seine Solo-CD-Aufnahmen auf historischen Orgeln und Cembali wurden von der Fachpresse hoch gelobt und mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem »Diapason d’Or«, dem »Choc« von Le Monde de la Musique und dem Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik.

 

Foto @ Lutz Voigtländer